autovaccine

Autovaccine Therapie

Autovaccine, oder „Eigenimpfstoffe“, sind ganz auf den individuellen Menschen zugeschnittene Medizin. Sie enthalten Bakterien aus der Darmflora des Patienten, die einen positiven Einfluss auf unterschiedliche Abwehrzellen des Menschen haben. Die Bakterien werden umgewandelt und z.B. als Nasenspray für eine nasale Autovaccine verwendet.

Auto-Coli-Vaccine (von „Colon“ lat. Darm) regulieren das Immunsystem. Ob Allergien oder Erkältungen durch Viren oder Bakterien, die Vaccine regulieren das Immunsystem  hoch oder herunter. Hierbei werden die Selbstheilungskräfte aktiviert. Erregerspezifische Autovaccine verbessern die individuelle Abwehr und unterbinden so neue Infektionsschübe. Es gibt sie in unterschiedlichen Formen.

Durch die Nutzung der individuellen Autovaccine kann man den Einsatz von Antibiotika verringern, das Aufflammen von Entzündungen wird eingedämmt und so die Wirksamkeit von Antibiotika gegen wirklich gefährliche Infektionen  gesichert.

Was sind Autovaccine?

Quelle: https://www.mikrooek.de/

Autovaccine (sprich: Autovakzine) übersetzt: „Eigenimpfstoffe“), sind ein Individualarzneimittel zur Regulation des körpereigenen Abwehrsystems – mit einer klassischen präventiven Impfung haben sie wenig zu tun. Die Autovaccine sind eine Art natürliche Impfung, die z.B. aus den körpereigenen Darmbakterien – genauer E. Coli Bakterien – gewonnen werden. Diese Bakterien werden in einem speziellen Verfahren inaktiviert und zu AutoColiVaccinen verarbeitet. Die enthaltenden Bruchstücke der Bakterien können das Abwehrsystem modulieren, ohne dabei eine Infektion auszulösen. Durch diese natürliche Impfung, z.B. in Form eines Nasensprays, erhält der Körper also keine Fremdstoffe, wie es bei einer typischen Impfung der Fall ist, sondern körpereigene, aufbereitete Colibakterien. Durch die enthaltenden Informationen in den Autovaccinen beginnt der Körper, schützende Abwehrzellen zu produzieren. Das Immunsystem kann dann bei chronischen Erkrankungen „hochfahren“,  abwehren und bei überschießenden Reaktionen, wie z.B. Heuschnupfen, dank der Autovaccine-Therapie wieder „herunterregulieren“.

Wie kann eine Autovaccine-Therapie helfen?

In unserem Körper gibt es Billionen von Bakterien. Viele davon sind sehr wichtig für unsere Gesundheit. Diese Bakterien stellen u.a. Vitamine und Hormone her, die wir über den Darm aufnehmen können.

Der Körper benötigt diese Darmbakterien, um eine gesunde Abwehrfunktion zu entwickeln. Diesen Effekt machen sich Autovaccine zu Nutze. Die personalisierte Medizin kann z.B. als Nasenspray gegen viele Arten von Beschwerden eingesetzt werden. Dabei wird die Behandlung mit Autovaccinen erst nachträglich bei Vorhandensein der Beschwerden eingesetzt, um damit das körpereigene Abwehrsystem zu unterstützen. Also nicht vorbeugend, wie es bei einer herkömmlichen Impfung der Fall ist.

Autovaccine können u.a. bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden:

  • Chronische Blasenentzündungen, rezidivierende Zystitiden
  • Heuschnupfen, Pollinose
  • Hausstaubmilbenallergie, inhalative Allergie
  • Jährliche starke Erkältungen, Rhinitis
  • Chronische Nebenhöhlenentzündungen, Sinusitis
  • Bronchialasthma, Asthma bronchiale
  • Chronische Wundinfektionen
  • Neigung zu Abszessen und Furunkeln
  • Neurodermitis, atopische Dermatitis, atopisches Ekzem
  • Schuppenflechte, Psoriasis
  • Reizdarmbeschwerden

Chronische Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung kann schmerzhaft und sehr unangenehm sein. Die Rückfallquote ist sehr hoch. Eine immer wiederkehrende Zystitis kann den Körper stark belasten. Meist wird diese dann mit Antibiotika behandelt und entwickelt dabei eventuell Nebenwirkungen. Wie im Darm gibt es auch in der Blase eine natürliche Ansiedlung von Bakterien, das sogennante Urobiom. Unser Immunsystem liegt zum großen Teil im Darm und – wie das Wort schon sagt – Anti-Biotika verändern die Bakterienkulturen, d.h. das Mikrobiom. Durch den Einsatz der individuellen Autovaccine , AutoColivaccine oder UroVaccine aus dem Urin hilft man, Antibiotika einzusparen und die Körperabwehr zu stärken. Die Autovaccine bieten hier also eine effektive und natürliche Behandlungsalternative bei Blasenentzündungen.

Allergien

Es gibt mittlerweile viele Arten von Allergien. Neben Nahrungsmittelallergien gibt es sehr häufig allergische Reaktionen des Körpers auf u.a. Pollen und Gräser (Heuschnupfen), verschiedene Arten von Tierhaaren oder Hausstaubmilben. Die Immunabwehr erkennt teilweise harmlose Stoffe als Fremdkörper und entwickelt daraufhin eine Überreaktion des Körpers auf diese Reize – darunter fallen z.B. tränende und juckende Augen, eine laufende Nase oder Hautausschlag. Ebenso gibt es noch schwerwiegendere Reaktionen. Und da setzt die Autovaccine-Therapie ein.

Die Behandlung mit dem natürlichen Impfstoff soll die Überreaktion des Immunsystems (allergische Reaktion) wieder kontrolliert herunterregulieren. Hierzu werden dem Körper die aufbereiteten Colibakterien zugeführt und ihm dadurch geholfen, seine natürliche Abwehrfunktion zu korrigieren und zielgerichteter einzusetzen.

Vorbeugung gegen viele Erkältungen

Viren und Bakterien vermehren sich besonders gut in den Wintermonaten, wenn unsere Schleimhaut trockener wird. Dann häufen sich die Erkältungen mit Nebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen usw.

Als Infektprophylaxe gegen hartnäckige Erkältungen in der kalten Jahreszeit eignen sich die nasalen Vaccine oder die Injektionsvaccine hervorragend. Sie steigern die Abwehr – und so kann der Körper den Winter mit weniger Erkrankungen überstehen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Autovaccine sind ein Heilmittel, welches für jeden Körper individuell hergestellt wird. Es beinhaltet ausgewählte, körpereigene gute Bakterien. Um dieses Maß an Individualität gewährleisten zu können, ist zunächst ein Erstgespräch notwendig. In der ausführlichen Anamnese werden Beschwerden und Therapie-Versuche geklärt. Hilfreich kann dabei auch eine Untersuchung der Keimflora des Darms im Labor sein, um den Sinn einer Autovaccine-Therapie zu klären. Anschließend wird die individuelle Behandlung gemeinsam geplant.

Eine Autovaccine-Therapie bei Kindern ist problemlos möglich, um frühzeitig chronische Erkrankungen zu verhindern und zu bekämpfen.

Eine Therapie mit Autovaccinen kann, je nach Schwere der Erkrankung, sechs Wochen bis sechs Monate dauern. Diese Angabe ist jedoch abhängig vom individuellen Fall und der jeweiligen Vorgeschichte des Patienten. In der Regel werden die Nasensprays 2x wöchentlich angewendet. Eine Steigerung der Dosis fördert zusätzlich die Selbstregulierungskräfte des Immunsystems und die Normalisierung ihrer Funktion. Die Vorgehensweise und Zeitabstände werden individuell mit dem Patienten besprochen. Autovaccine sind ein individuelles Heilmittel und sollten daher genau auf den Patienten abgestimmt werden.

Die Behandlung durch Autovaccine kann in verschiedenen Formen erfolgen. Neben der Methode einer Injektion, welche in der Praxis vorgenommen werden sollte, gibt es die orale Applikation (zum Einnehmen) und die perkutane Behandlung (zum Einreiben in die Haut in der Ellenbeuge oder auf dem Oberbauch). Eine weitere Einnahmeform ist das Nasenspray (zum „Hochziehen“ durch die Nase), welches mittlerweile eine der beliebtesten Methoden ist. Der Patient kann dann ganz einfach zuhause gezielt den Spray einsetzen.

Die Vorbereitung, richtige Planung und Herstellung der Autovaccine dauert ca. 4-6 Wochen. Durch die Vorlaufzeit sind Autovaccine kein Heilmittel für akute, sondern für chronische Erkrankungen. Möchte man die Erkältungskrankheiten im Winter reduzieren, sollte man sich deshalb frühzeitig einen Termin für das Erstgespräch geben lassen.

Gibt es bekannte Nebenwirkungen?

Eine Behandlung mit Autovaccinen ist generell sehr gut verträglich. Durch das persönliche Gespräch mit dem Patienten werden Vorerkrankungen, allgemeine körperliche Verfassung, Alter, etc. in der Herstellung der Autovaccine berücksichtigt. In sehr seltenen Fällen, gerade bei extrem empfindlichen Patienten, kann es zu Negativreaktionen kommen (Unterschied zu Nebenwirkungen!). Diese Reaktion des Organismus ist ein Indiz auf eine zu hohe Dosis des Eigenimpfstoffes, welche bei der Anwendung durch Injektion und in seltenen Fällen auch bei oraler Einnahme auftreten kann. Die perkutane Anwendung (zum Einreiben) sollte keine Nebenwirkungen hervorrufen.

Negativreaktionen können sich in Form von Rötungen, Schwellungen oder Allgemeinreaktionen wie Kopfschmerzen zeigen. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.

Wichtig für Sie: Negativreaktionen sind harmlos und innerhalb weniger Tage wieder abgeklungen. Im seltenen Fall einer Negativreaktion besprechen wir die Beschwerden und passen die Dosis und Therapie Ihrer Reaktionslage an.

Eine individuelle Betreuung steht an oberster Stelle jeder Behandlung.

Wie werden Autovaccine hergestellt?

Die Autovaccine gibt es in zwei Arten:

  • Infektionsbezogene Autovaccine
  • Auto-Coli-Vaccine (AutoColiVaccine)

Das Infektionsbezogene Autovaccin wird durch einen Abstrich im jeweiligen Infektionsgebiet des Körpers gewonnen. Dieses Verfahren findet jedoch seltener Anwendung. Wesentlich häufiger werden die Autovaccine durch eine Stuhlprobe aus dem Bakterium Escherischia Coli hergestellt (AutoColiVaccine).

Quelle: https://www.mikrooek.de/

Diese E. Coli Fragmente werden in einer Verdünnungslösung homogenisiert, Bakterienproben in einer Nährlösung vermehrt und eine Bakterienkolonie „gezüchtet“. Da es weit mehr als hundert unterschiedliche Stämme an Colibakterien gibt, werden nur die guten und hilfreichen körpereigenen Bakterien ausgewählt, diese inaktiviert (verändert) und aus ihren Zellbestandteilen anschließend eine klare, geruchslose Lösung hergestellt. Diese Flüssigkeit ist der Eigenimpfstoff, der für die Einnahme als Nasenspray oder für eine Injektion geeignet ist.

In Deutschland gibt es nur einen einzigen Hersteller/Anbieter, über den das Heilmittel Autovaccine bestellt werden kann:

http://www.symbiovaccin.de in Herborn.

 

Weiterführende Informationen zu Autovaccinen und Blasengesundheit

 

Dr. Thomas Ellwanger, Institut für Mikroökologie, Herborn

 

„Autovaccine gegen Blasenentzündungen: RTL-Reporterin Lisa Siewert hat es getestet.“
Link zum Artikel / Video

 

Weiteres

  • Mit Colibakterien gegen Blasenentzündungen – SWR Fernsehen vom 18.05.2017. Link zum Video
  • Nasenspray schützt vor Blasenentzündung statt Antibiotika in der Bild der Frau Nr.28 vom 5.7.2019

 

Wissenschaftliche Literatur

Schmidt R, Tapken S. Der chronische Harnwegsinfekt – Hilfe durch Autovaccine. OM & Ernährung 2010; 131: F48 – F54

Rusch V et al. Results of an open, non-placebo controlled pilot study investigating the immunomodulatory potential of autovaccine. Arzneimittelforschung 2001; 51(8): 690-697